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Langsam wird's Zeit!!!

 

Schon wieder sind zwei Wochen um und wir sind zurück in der Zivilisation.

Mal wieder ist viel passiert und obwohl es immer noch wunderschön hier ist, wir können es nicht mehr abwarten nach hause zu kommen!!! Also Kölner macht euch bereit, in 21 tagen wird ordentlich gefeiert!!! Wir hoffen ihr plant fleißig ;0)

 

Am Sonntag nach Anika`s Blitzgenesung (nach 2 Tagen durchschlafen), waren wir in der Kirche, wie es sich gehört. It was Gospel Time….

Danach haben wir mal wieder eine riesen Waschaktion gestartet, natürlich mit der Hand, wobei sich Jules die Hände wund gescheuert hat (wie immer eine Überdosis Energie). Anika als gekonnte Dienerin hatte keine Probleme( Anspielung auf die Stellung einer Frau hier ).

 

Montag waren wir auf dem Markt von Byumba, wo sich Anika einem Stoffkaufrausch hingab, den Jules nur mit einem gut Inszenierten schlechte Laune Anfall kombiniert mit unglaublich starken Rückenschmerzen stoppen konnte. Nachmittags haben wir dann spontan besuch von Emanuel, dem Pastor bei dem wir davor die Woche gewohnt haben, bekommen. Und dann hieß es wieder Taschen packen, den am nächsten Tag wollten wir wieder zurück in die Region Kiruhura ( zu Emanuel).

Abends haben wir noch ein kleines Fußballturnier mit Pascals Kindern und einigen anderen aus dem Dorf gestartet. Wir hatten keine Chance…

 

Am nächsten morgen, nachdem wir uns wieder einmal das wunderbare Ruandische Frühstück reingezogen haben, das heißt Nutella, Honig oder Peanutbutter auf Toast (Ruandanesen essen alles gemischt auf einem Toast) mit schwarzem Tee und ohne ende Obst, haben wir uns zusammen mit Pascal und Albertine die Grundschule, an der Louise (Pascals Frau) arbeitet, angeschaut. Wieder einmal ein gang über den roten Teppich. 1800 schreiende Kinder empfingen uns mit einem unvergleichbaren leuchten in den Augen.
Danach sind wir wieder in die schönste, aber auch ärmste Region gefahren, die wir bis jetzt gesehen haben. Die Leute und vor allem die Kinder waren total Happy das wir wieder da waren und im laufe des Tages kam fast das ganze Dorf vorbei um uns zu sehen und Hallo zu sagen.
Gegen 5 Uhr konnten wir dann endlich unsere Mission vollbringen, die wir beim letzten Mal wegen Anikas Krankheit nicht mehr geschafft haben…. Wir haben eure gespendeten Klamotten an die Kinder verteilt und ihr könnt uns glauben dieses Dorf hat es mehr als nötig Hilfe aller Art zu bekommen. In kürzester Zeit waren bestimmt 80 Kinder um uns herum, aber leider hatten wir nicht genug für jeden. Diejenigen die etwas bekommen haben konnten es gar nicht glauben und haben für uns gesungen, getanzt und konnten nicht aufhören zu lachen. Der Rest hat uns so traurig angeguckt, dass Jules die Idee hatte noch mehr Kleider zu besorgen, koste es was es wolle.
Wenn man so traurige kleine Kinder mit nur noch Fetzen am Körper und ohne Schuhe sieht ( und abends ist wirklich Arschkalt hier), kann man sich nur noch fragen was mit unserer scheiß Welt los ist. Armut ist hier gar kein Ausdruck.
Man muss sich mal vorstellen, dass wir beiden die einzigen Leute sind, die seid dem Krieg ( 15 Jahre) Kleidung verteilt haben. Diese Region wird noch nicht einmal von der Regierung unterstützt. Das schlimme ist auch, dass jedes 2. Kind einen Blähbauch hat, auf Grund von zu einseitiger Ernährung oder von Würmern im Bauch an denen man sterben kann ( manche Kinder haben so viele Würmer, dass sie schon aus dem Mund wieder rauskommen).

 

Mittwoch war es Zeit für eine traditionelle Kartoffelernte. Mit Mittelalterlicher Spitzhacke bewaffnet sind wir zusammen mit 2 Frauen aufs Feld gegangen. Jules hat nach 10 Minuten die erste Hacke kaputt gekriegt. Während dieser Zeit hatten wir wieder Zuschauer ohne Ende, die mal wieder nicht glauben konnten das Weiße gerade Kartoffeln aus dem Boden pulen.
Danach sind wir zurück zu unserem Haus und Jules hat für die Hasenställe kleine Türen aus Holz gebaut. Dabei hat er sich mit der Machete die ganze Hand aufgescheuert, aber kann passieren Opfer muss man bringen. Und jetzt haben die kleinen Babyhasen nicht nur neue Türen, sondern Emanuel und die Leute vom Dorf hatten die Bestätigung, dass ein Weißer Mann tatsächlich so etwas zu Stande bringen kann. Die Leute denken hier nämlich wirklich wir haben für alles Maschinen und trauen uns nur wenig zu. 

 

Donnerstag war es Zeit unsere Mission weiter zu führen, also sind wir auf den Markt gefahren, um Kleidung für unsere kleinen Freunde zu kaufen. Wir hofften, dass die Klamotten dort nicht zu teuer sind, weil wir so viel wie möglich wieder mit zurück bringen wollten. Zum Glück waren die Sachen nicht teuerer als unglaubliche 10 oder 20 Cent pro Stück ( natürlich Second Hand), also kauften wir soviel wie wir tragen konnten. Unsere Ausbeute waren 102 Latzhosen, T-Shirts, Hemden, Pullis, Röcke…, mehr ging nicht, da wir mit den Motorrädern unterwegs waren und ihr könnt euch nicht vorstellen wie krass die Strecke zum Dorf ist. Kein Europäer würde freiwillig diese Strecke mit diesen Motorrädern hinter sich  bringen… aber no risk no fun!!!
Nachdem wir durchgeschüttelt wieder zurück waren, sind wir mit Emanuel einen Berg hochgeklettert, da die Kinder noch in der Schule waren. Von hier hatte man eine wunderschöne Aussicht, Teefelder so weit das Auge reicht. Auf dem Rückweg haben wir allen Kindern bescheid gesagt, dass wir Kleidung für sie haben und sie zu Emanuels Haus kommen sollten. Er meinte noch heute kommen bestimmt nicht direkt 100 Kinder und wir könnten morgen den Rest verteilen, aber von wegen, als wir am Haus angekommen sind standen da schon 200 Leute und es wurden immer mehr.
Dann haben wir immer ein Kind reingeholt geguckt was es dringender braucht, Hose oder Oberteil und hinten mit einem Teil wieder rausgeschickt. An der Haustür haben sich die Leute fast platt gedrückt, jeder wollte etwas ergattern.
Einerseits war es ein schönes Gefühl so vielen zu helfen, aber andererseits, was ist schon ein T-Shirt und wir hatten immer noch nicht genug für alle.
Dennoch abends war die Stimmung bei uns allen super und wir haben zum ersten Mal einen Pastor tanzen gesehen. Emanuel meinte, dass unsere Aktion einen unglaublichen Wert hat und dass man noch lange von uns reden wird. Trotzallem hatten wir das Gefühl nicht genug  gemacht zu haben und Jules beschloss noch etwas Geld da zu lassen, damit Emanuel noch mehr Kleidung besorgen kann.

 

Freitag waren wir in der Schule und haben in 3 Klassen den Kindern von Deutschland erzählt und Ihnen „ Alle meine Entchen“ beigebracht. Ein sehr lustiger Vormittag…
Nach der Schule hat Jules mit den Großen Fußball gezockt und Anika mit den kleinen Plumssack gespielt. Sie wurde die ganze Zeit von min. 50 Kindern belagert und hatte jeweils 5 Kinder an jeder Hand. Danach haben wir alle zusammen + dem Pastor fangen gespielt und dann ist das malleur passiert, es  fing unglaublicherweise an zu regnen, Anika rutschte aus und landete mit ihrem Knackarsch mitten auf der Kamera. Die ist jetzt leider kaputt und platt wie ne Flunder. Aber keine Sorge es lebe die deutsche Haftpflichtversicherung und bis zum ende der Zeit haben wir jetzt eine Ersatzkamera von Emanuel bekommen. Ihr kommt also nicht drum rum euch alle 3000 Fotos anzugucken die wir bis jetzt geschossen haben ;-)
Abends fiel uns dann der Himmel auf dem Kopf, während wir gerade gemütlich mit Jules Eltern telefonierten, unter dem Wellblechdach der Dorfkirche stehend, schlug ca. 100 Meter neben uns ein Blitz ein und ein krasser Platzregen kam runter und hörte bis zum nächsten morgen auch nicht mehr auf. So was haben wir beide wirklich noch nie gesehen das Gewitter war direkt über uns( wir befanden uns auf 2500 Metern Höhe) und im Sekunden takt schlug ein Blitz nach dem anderen ein und das auch noch in der großen Trockenperiode in der es normalerweise 3 Monate lang überhaupt nicht regnet.  Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass der größte Teil der Menschen die hier leben noch nicht einmal ein richtiges Dach über dem Kopf haben und die ganze Nacht  ohne warme Kleidung im Regen waren. Das schlimme ist auch das hier super viele Babys wohnen und einige der Kleinen Kindern Waisen und ganz auf sich alleine gestellt sind. Es ist wirklich unvorstellbar wie die das alleine schaffen, den zum Beispiel kochen ist hier eine Sache von nem halben Tag und das was man nicht selber anbaut oder sich hält ist zu teuer um zu kaufen. Denn zum Beispiel als Lehrer verdient man nur rund 30 Euro im Monat.  

 

Samstag war eigentlich der Plan früh wieder zurück nach Byumba zu fahren, weil wir noch viel zu erledigen hatten, doch leider hat und der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Strassen waren nicht befahrbar… also saßen wir fest. Dafür hatten wir noch ein bisschen mehr Zeit mit den Kindern, die uns mittlerweile echt ans Herz gewachsen sind.
Denn dieser Abschied wird wahrscheinlich für immer sein. Es folgte eine Stille Rückfahrt im Minibus, in der einem bewusst wurde das man die Kinder wieder ihrem Schicksal überlässt und wir uns wieder ins kleine sichere Europa verpissen.
Nach 2 Stunden waren wir dann wieder beim Pascal und haben nach einer kleinen Verschnaufpause zusammen mit den Kindern einen DVD Abend gemacht…. High School Musical 3 yeaaaaaaaaaaah!!

 

Und dann aufs neue Koffer packen…

 

Nach einer super kurzen Nacht sind wir um 5 Uhr aufgestanden, weil wir eigentlich um 6 zusammen mit Pascal und Louise zum 100 jährigen Jubiläum der EPR Gemeinde nach Rubengera fahren wollten. Der Fahrer hatte aber etwas Verspätung und so kamen wir erst um 11 Uhr beim Fest an. Das sah so aus, dass wir 6 Stunden vor ca. 2500 Ruandanesen auf einer Art Bühne saßen und gebetet haben, extrem schwer für 2 hyperaktive wie uns. Das schlimmste für Anika war, wir mussten uns vor allen vorstellen. Das einzige was wirklich schön war, waren die traditionellen Tanz- und Trommelgruppen.
Danach haben wir unser neues zu Hause für die nächste Woche im Gasthaus bezogen, natürlich nicht ohne Stundenlanges warten. Gegen Abend, sind wir dann noch mit Emanuel und seiner Frau, die auch auf dem Fest waren, in die City gefahren und haben in einem super schönen Restaurant direkt am Kivusee zusammen gegessen. Da es hier für die Leute schon um 21 Uhr mitten in der Nacht ist, hatten wir etwas Schwierigkeiten wieder zurück zu kommen und uns blieb nichts anderes übrig als die gesamten Bustickets des Minibusses, mit dem wir hingefahren sind zu kaufen, damit er uns wieder nach Hause bringt. Man war das eine fahrt, der hat ordentlich auf s Pedal gedrückt…wir konnten aber nicht meckern, wir sind eindeutig schnell zu Hause angekommen!

 

Montag haben wir uns das Waisenhaus angeguckt, in dem wir diese Woche gearbeitet haben.
Hier gibt es 5 verschiedene Häuser für jeweils 40 Kleinkinder und man muss echt sagen, es ist super schön und wird wirklich sehr gut unterstützt. Man glaubt es nicht, aber die Holländer haben echt das beste Weisenhaus gebaut, dass wir bis jetzt gesehen haben, den Kindern fehlt an nichts. Jedes Haus hat ein eigenes Wohnzimmer, Küche und Tierställe mit Hasen und Kühen. Und die Kinder haben jeder ein eigenes Bett und die Schränke sind voll mit Klamotten. Hier ist es nämlich so, dass jedes Kind einen eigenen Parten hat.

 

Dienstag war unser erster Tag im Waisenhaus „Ineza“. An dieser Stelle wollen wir einmal unseren aller größten Respekt gegenüber Ulla ( Anika’s mom) zum Ausdruck bringen. Ihr könnt euch nicht vorstellen was 14 kleine Kinder für einen Terror machen können. Aber natürlich waren die Kinder auch super süß und es war mal etwas anderes mit ganz kleinen Stöpseln zuarbeiten. Jules hatte durchgehend gefühlte 10 Kinder auf dem Rücken und Anika hingegen konnte chilln da es den Kindern reichte ihre blonden Haare zubefummeln. Nach 4 extrem anstrengenden Stunden hatten wir genug und verließen das Waisenhaus fluchtartig aber glücklich
Nachmittags sind wir ins Nachbardorf „Kibuye“ ( Dorf is übertrieben). Das liegt direkt am Kivusee. Wunderschön aber totehose…
Das witzige ist, dass wir da einen Mopedfahrer kennengelernt haben der  deutsch sprechen konnte Das ist hier so krass selten wie nen Rhabi in ner Bar..
Mit dem haben wir dann eine Mopedtour um den See gemacht…..war wunderschön!!!

 

Am nächsten Tag ist eigentlich nicht viel neues passiert. Jules war morgens im Waisenhaus und kam alleine noch weniger klar. Den Rest des Tages haben wir mal nichts gemacht. 1. mussten wir einfach mal chillen und 2. in diesem Dorf ist echt nichts los!! Es gibt nur eine „Strasse“, auf der mehr Taxifahrer als Passanten sind und die Leute sind wirklich alle hoch gläubig, wir hatten ein bisschen das Gefühl mitten in einer Sekte zu leben.

 

Donnerstag wie immer morgens kinderbelustigen und mittags sind wir dann noch mal nach Kibuye gefahren und haben dann eine Expedition zur Affeninsel gemacht. Von der uns der deutschsprachige Taxifahrer so vorgeschwärmt hat. Zuerst sind wir 30 Minuten mit einem selbstgeschnitzten Boot über den See geschippert, das war echt super schön. Rechts und links waren viele kleine Inseln und man hatte echt ein bisschen Karibikfeeling. Dann auf der Affeninsel angekommen, die nackte Wahrheit, es gab genau einen kleinen Affen am Hintern angekettet, der schon so zahm von allen Touristen war, das er direkt zu uns kam…. Naja trotzdem war die Insel an sich wunderschön und wir haben den kleinen Gipfel beklommen ( Anika mit Flip Flops) und man hatte eine grandiose Aussicht über den ganzen See der über 50 km groß ist. Unser nächstes Projekt ist auch eine Insel zu kaufen!!!! Es war wirklich wie im Paradies!!

 

So Freitag gings echt nicht mehr, wir mussten so schnell es ging wieder in die Stadt unter Leute, Abgase, Hektik das ganz normale leben halt… und sind dann spontan mit dem Bus wieder nach Kigali gedüst….(Normalerweise sollten wir noch bis Montag hier bleiben, aber dann währen wir wahrscheinlich eingegangen) Die beste Entscheidung die wir treffen konnten, es war super alle Leute wieder zu sehen und das erste was wir abends gemacht haben, erstmal ein Bierchen trinken ;-)
Aber vorher waren wir noch in einem super schönen Art Village, hier gab es wieder super schöne Souvenirs, aber wir haben mittlerweile schon viel gesehen und kennen die Preise und hier war es echt arschteuer. Zum Glück sind wir nicht direkt am Anfang dort gewesen, denn dann hätten wir ein Vermögen ausgegeben und währen nach 2 Wochen wieder zu Hause gewesen….

 

Heute haben wir mal wieder ein Hardcore shopping Tag hinter uns gebracht. Wunder wunder, Jules war nicht mehr zu bremsen, so das wir auch einen neuen riesen Koffer kaufen mussten, in dem sich Anika locker reinlegen könnte… hoffentlich kriegen wir alles mit zurück und der Koffer hälts aus. Die Chinesen sind ja nicht gerade für Qualitätsarbeit bekannt.
Und gerade sitzen wir bei ISANO in unserem Guesthouse und werden von Mücken attackiert, die Regenzeit kommt nämlich langsam und es gibt im Moment 1000de von den scheiß Viechern.

 

So noch 3 Wochen könnt ihr ohne uns feiern gehen und unsere Berichte lesen, dann geht’s nämlich wieder ab nach hause!!!!!!!!!!!!
Wir glaubens kaum aber langsam fangen wir echt an euch zu vermissen ;-)

 

Peace and Love Anika und Jules 

 

P.S. Was wir auf jeden Fall noch los werden wollten: 1000 dank wegen der Spendenaktion die schon gestartet hat…. Und danke an diejenigen, die  bereit sind hier zu helfen und ein Kind unterstützen!!!! Es ist echt toll und vor allem bitter nötig hier!!                                                                                     Wir haben ja schon ausführlich berichtet wie schlimm die Situation hier ist.
Wir haben auch schon mit dem Pascal (Pastor) gesprochen, der war ganz gerührt wie viel Interesse von Deutschland kommt!                                                                                                                                        Das ist echt großartig!!!

 

 

   

 

 

 

 

22.8.09 19:13

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


doro (23.8.09 14:32)
Muss euch einfach mal wissen lassen wie tollllll ich euren Einsatz finde!!!!!!!!!!!!!Lese mit Begeisterung eure Berichte!Freue mich riesig auf eure Bilder!nnd eure persönlichen Erzählungen.Kanns kaum erwarten!!!!!Africa is my land too!!!Love and Peace Doro

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